Informationen zum Reiserecht

hier: Anrechnung von Ausgleichszahlung auf Schadensersatz:

Bei Vorliegen der entsprechenden Voraussetzungen besitzt ein Reisender nach der sogenannten Fluggastrechteverordnung gegenüber dem ausführenden Luftverkehrsunternehmen bei Verspätung oder Nichtstattfinden des Fluges einen Anspruch auf Ausgleichszahlung. Hat der Reisende den ausgefallenen oder verspäteten Flug als "Teilleistung" über einen Reiseveranstalter gebucht stellt sich die Frage, inwieweit er gegenüber diesem wegen des vorgenannten Umstandes zusätzlich Ansprüche auf Schadensersatz besitzt. Gemäß Artikel 12 Abs. 1 Satz 2 Fluggastrechte-VO können derartige Ansprüche auf eine nach der Fluggastrechte-VO wegen Beförderungsverweigerung bzw. Verspätung gewährte Ausgleichszahlung angerechnet werden.

Dass sich der Reisende derartige Ausgleichsansprüche auf Schadensersatzansprüche, die er gegenüber seinem Reiseveranstalter geltend macht auch tatsächlich anrechnen lassen muss hat erst jüngst der BGH durch seine Urteile vom 06.08.2019, Az. X ZR 128/18 sowie vom 05.07.2019 zum Az. V ZR 149/18 entschieden. Die entsprechenden Schadensersatzklagen des Reisenden gegen den Reiseveranstalter wurden wegen der vorgenannten Anrechnungsverpflichtung durch den BGH jeweils in letzter Instanz abgewiesen.